Familie Liebold im Web / USA 2011-2013

Erstes Rundmail 2012

Hallo liebe Verwandte und Freunde,

wir wollen euch endlich wieder von uns berichten. Nach unserem Weihnachtsurlaub sind wir nun schon wieder fast vier Monate hier und "feierten" am Sonnabend, den 31. März 2012, unser Bergfest. So schnell vergeht die Zeit.

Wie verlief unser Jahresende 2011 und der Beginn des Jahres 2012?

Wir kamen am 18.12.2011 gegen 10:00 Uhr von Albany, NY über Philadelphia, PA und Frankfurt/M. nach etwa 10 Stunden Flugzeit wohlbehalten in Dresden an. Luisa und Marcus mit Freundin holten uns am Flughafen ab und als Überraschung – auch unserer großen Kinder! - standen sogar sechs Freundinnen von Anika mit großem Schild zur Begrüßung da. Sie waren sehr zeitig am Sonntag aufgestanden, um mit dem Zug von Kleinröhrsdorf nach Dresden zum Flughafen zu kommen.
Anika ist dann auch mit ihren Freundinnen per Zug nach Kleinröhrsdorf gefahren und so hatten sie schon Zeit zum Schnattern.

Die anschließenden Tage vergingen wie im Flug. Man traf sich mit Verwandten und Freunden, war beim Weihnachtskonzert des Gymnasiums, ging mal wieder zum Sport und zu Weihnachtsfeiern, nahm einige Arzttermine wahr. Anika ging zwei Tage in die Schule, um alle Klassenkameraden und Lehrer zu treffen, Uwe war einen Tag die Kollegen auf Arbeit besuchen und wir feierten natürlich Weihnachten. Den Jahreswechsel verbrachten wir wie so oft in den letzten Jahren bei unseren Freunden. Dadurch haben wir andere Nachbarn, die uns ein gesundes neues Jahr wünschen wollten, zum Jahreswechsel vor unserer Haustür verpasst. Sorry, das holen wir 2013 nach.

Unser Rückflug

Nach einem schweren Abschied von unseren großen Kindern stiegen wir am 2. Januar 2012 in Dresden in unseren Flieger, der uns über Frankfurt/M. und Philadelphia, PA wieder nach Hause (wie wir unsere Wahlheimat jetzt nennen) bringen sollte. Zur Unterscheidung sprechen wir von Kleinröhrsdorf als "zu Hause zu Hause".
Als wir in Frankfurt an Bord gingen, erklärte uns der Flugkapitän, dass wir ein Sturmtief über dem Atlantik (Tief Andrea) umfliegen müssen, was die Flugzeit nach Philadelphia von ca. 8 auf 9 Stunden verlängern wird. Da angekommen brauchten wir noch etwa 90 Minuten für die Einreise (Schlange stehen vor der Einreisebehörde, da viele so wie wir aus dem Weihnachtsurlaub zurückkamen). Dadurch war unser Flieger nach Albany natürlich weg und der letzte an diesem Tag sowie die ersten am nächsten Tag waren leider schon überbucht. Man wollte uns erst in einem Hotel unterbringen und den nächsten Tag nachmittags weiterfliegen lassen bzw. Verbindungen mit weiteren Zwischenstopps suchen. Da wir lieber in unser Appartement wollten, haben wir einen Flug nach Newburgh, NY (südlich von Albany) und eine 1½ stündiger Autofahrt mit einem Mietauto nach Ballston Spa als bessere Lösung empfunden.
Allerdings kamen wir dadurch erst am Dienstagmorgen gegen 2:00 Uhr an, waren zu dem Zeitpunkt geschlagene 24 Stunden auf den Beinen und hatten die letzten Meilen schwer gegen den Sekundenschlaf zu kämpfen. Einfach Wahnsinn!!!
Uwe ging dann nach knapp vier Stunden Schlaf zur Arbeit, aber Anika haben wir in der Schule entschuldigt und erst mal ausschlafen lassen.

Wintertime

Auf unserer Reise waren wir noch froh keinen Schnee zu haben, der zu Behinderungen hätte führen können. Jetzt freuten wir uns über Schnee, damit Anika ihre frisch gekaufte Abfahrtsskiausrüstung in einem der vielen Skigebiete hier in der Nähe ausprobieren konnte. Wir sahen sie da das erste Mal die Berge herunterfahren. Sie war im März 2010 mit dem Gymnasium im Skilager und hatte an Abfahrtsski Spaß gefunden.
Hier im Wohngebiet gehört das Schneeräumen zu den Hausmeisterleistungen, die in der Miete enthalten sind, und man ist ein Exot, wenn man die Schippe selbst in die Hand nimmt. Mit "It's my workout" kann man sich dann "entschuldigen". Mit kleinen Kettenfahrzeugen und größeren Räumfahrzeugen, welche die Schiebeschilder auch mitten in der Nacht lautstark auf die Straße fallen lassen, geht es hier jeder Schneeflocke an den Kragen.
Leider blieb uns der Winter nicht so lange erhalten und es gab insgesamt sehr wenig Schnee (im Gegensatz zum Winter davor). Auch die Kinder hätten sicher gern mehr als einen Snowday gehabt. Sobald das Wetter winterlich ist, kann man über Fernsehen, Radio oder Internet erfahren, ob die Schule ausfällt oder die Schulbusse verspätet fahren. Das gilt auch bei Sturm, Regen und anderen Wetterunbilden. Fallen in einem Schuljahr zu viele Tage wetterbedingt aus, werden die Sommerferien einfach nach hinten geschoben.

Burlington (Vermont)

In der Winterferienwoche vom 18. bis 25. Februar verbrachten wir 3 Tage in Burlington, VT am Lake Champlain. Es ist eine hübsche, kleine Studentenstadt mit einer schönen Fußgängerzone und vielen gemütlichen Gaststätten. Im Sommer ist es dort bestimmt noch ein wenig gemütlicher als im Februar. Wir haben uns unter anderem Vermonts Bundeshauptstadt Montpelier (die kleinste Bundeshauptstadt der Vereinigten Staaten), die Trapp Family Lodge in Stowe und die "Ben & Jerry's" Eisfabrik in Waterbury angeschaut. Wenn ihr das Eis mal probieren wollt – laut Internet soll es das in der UCI Kinowelt im Elbepark Dresden zu kaufen geben … mmmhhhh.

Lehre, Studium und Schule

In den ganzen Wochen waren wir auch oft mit den Gedanken zu Hause, denn Marcus bereitete sich auf den Abschluss der Lehre zum KFZ-Mechatroniker vor. In der Zwischenzeit hat er seinen Facharbeiter in der Tasche und die Ausbildungsfirma hat ihn auch übernommen.
Luisa steckt zur Zeit in den Prüfungen zum 1. Staatsexamen zur Grund-und Realschullehrerin für Bilingualen Unterricht in Mathematik und Englisch an der PH in Freiburg. Jede Prüfung wird mit Daumendrücken begleitet und in Skype-Gesprächen ausgewertet.
Wir sind natürlich sehr stolz auf unsere beiden Großen. In solchen Situation ist die große Entfernung und die geteilte Familie natürlich recht schwierig für uns. Man kann seine Kinder nicht einfach mal in den Arm nehmen.

Gleichzeitig meistert Anika ihre Schulpflichten hier weiterhin mit Bravour. In jeder Elterninformation der Schule in diesem Schuljahr hat sie den Gesamtdurchschnitt ihrer Leistungen verbessern können. Die Schule sendet viermal im Schuljahr eine Leistungsübersicht an die Eltern. Die Leistungsbewertung wird in Prozent ausgedrückt und Anika hat sich von 92,7% über 93,1% auf 94,1% verbessert. Auf einer Webseite der Schule werden die besten Schüler tabellarisch aufgelistet. Für deutsche Verhältnisse ist das ziemlich ungewöhnlich. Wir haben ein Beispiel an dieses eMail angehangen. Anika will versuchen von der mittleren in die rechte Spalte zu kommen. :-)

Florida Urlaub

Die eine Woche Schulferien vom 6. bis 13. April – Spring-Break – haben wir für einen Urlaub in Florida genutzt.
Durch Luisas AuPair Zeit fanden wir eine gute Unterkunft bei den Eltern ihrer ersten Gastfamilie und hatten so auch noch Insiderwissen gratis.
Wir verbrachten einen ganzen Tag am Strand, konnten dabei sogar einen Delfin in freier Wildbahn erleben und haben uns trotz Sonnenschirm und Sonnencreme einen Sonnenbrand geholt. Die Temperaturen lagen bei ca. 27 °C und durch einen kühlen Wind vom Golf von Mexiko hat man die Sonne unterschätzt.

An einem Tag haben wir einen Ausflug in die Everglades unternommen, um Alligatoren in ihrem natürlichen Lebensumfeld sowie die Landschaft zu sehen. Von unserer Unterkunft waren das immerhin noch etwa 3,5 Stunden Autofahrt für eine Strecke.

Sehr interessant ist auch der Küstenort Tarpon Springs, der fest in griechischer Hand ist. Dieser Ort ist durch die Schwammtaucher und den Schwammhandel geprägt worden.
Nicht vergessen wollen wir den interessanten Besuch des Clearwater Marine Aquariums, wo auch der Film "Dolphin Tale" gedreht wurde, der erst Ende 2011 in Deutschland in die Kinos kam (als: "Mein Freund der Delfin") und von dem Delfin Winter handelt, der eine Prothese für seine Schwanzflosse bekam.

Am Freitag, den 13. April, sind wir dann kurz nach Mitternacht wieder in unserer kalten Wohnung angekommen. 16 °C Temperaturunterschied merkt man schon. ;-)
Wir hatten acht Tage viel Sonne, kaum eine Wolke und keinen Regen. Es war ein schöner Urlaub und wir haben nur einen sehr kleinen Teil von Florida gesehen, obwohl Florida auf einer USA-Karte so klein wirkt.

Soviel für diesmal. Wir hoffen, wir haben euch wieder ein wenig neugierig gemacht.

Liebe Grüße aus den USA Eure drei Liebolds,
Anika, Ute und Uwe