Familie Liebold im Web / USA 2011-2013

Endlich Neues aus Ballston Spa, NY

Hallo zusammen.

Vielleicht wartet ihr ja schon gespannt auf Neuigkeiten von uns?! Es sind immerhin schon mehr als zwei Monate vergangen, seitdem wir uns das letzte Mal ausführlich gemeldet haben. Inzwischen sind wir also mehr als drei Monate hier und da heute ein Feiertag – der Independence Day – ist (siehe auch Fotos 4thOfJuly… von heute), wollen wir die Chance nutzen, euch wieder zu informieren.
Zuerst einmal vielen Dank an alle, die auf unsere Rundmails geantwortet haben und bei denen wir uns noch nicht individuell dafür bedankt haben. Es ist sehr schön, aus der Heimat zu hören. Uns interessiert natürlich hier auch, wie es euch allen geht. Also weiter so.
Allgemein kann man schon sagen, dass wir inzwischen hier angekommen sind. Wir sind gut eingerichtet, finden uns zurecht und haben Freunde mit denen wir Freizeit verbringen. Aber unser zu Hause fehlt uns natürlich auch. Insbesondere jetzt wo wieder zwei Fünftel unserer Familie in unserem Haus in Kleinröhrsdorf sind. Luisa ist am 20. Juni hier abgeflogen und somit seit 21. Juni wieder in Deutschland. Soweit wir das beurteilen können, war ihr zehnmonatiges Auslandsstudium ein Erfolg. Und für uns war es sehr schön, da wir Luisa oft sehen konnten – lagen zwischen ihrem Studienort in New Britain, Connecticut und unserer “Wahlheimat auf Zeit“ doch nur etwa drei Stunden Autofahrt. Die letzten Tage und Wochen hat Luisa sogar mit hier bei uns gewohnt. Umso schwerer fiel selbstverständlich der Abschied.
Was gibt es seit dem letzten Rundmail von uns außerdem zu berichten?

Anikas “verpasste“ Jugendweihe

Durch unser USA-Abenteuer haben wir Anika die Chance genommen, an der Jugendweihe mit ihren Klassenkameraden teilnehmen zu können. Wir hatten die Idee, als Ersatz wenigstens eine kleine Feier im Kreis der Familie zu veranstalten. Dafür bot sich Freitag der 6. Mai an, da es an diesem Tag möglich war, zumindest die ganze Liebold Familie aus Kleinröhrsdorf (plus Sandra, Marcus Freundin) an einer Stelle versammelt zu haben. Marcus und Sandra haben zwei Wochen hier bei uns und bei Luisa in New Britain Urlaub gemacht. Die nächste Möglichkeit unsere Familie komplett auf ein Foto zu bringen, wird im Dezember 2011 in Kleinröhrsdorf sein.
Nachdem Anika aus der Schule gekommen war und sich alle dem Anlass entsprechend chic gekleidet hatten, gab es Kaffee und Kuchen. Nach einer Fotosession bei uns zu Hause und im Saratoga State Park (siehe Foto JugendweiheGeschwister) fuhren wir auf den Broadway von Saratoga Springs.
Dort hatte sich Anika ein Restaurant für das Abendbrot ausgesucht - das "Circus Cafe" (siehe Foto JugenweiheAbendbot). Wir waren schon einmal während unseres Urlaubs im Herbst dort und Anika hatte es besonders die große Zuckerwatte für den Nachtisch angetan. Sie hatte am Vortag bereits einen Tisch für uns reserviert. Nach einem wunderschönen Abendessen und einem kleinen Bummel durch die Innenstadt beendeten wir den Tag mit einer kleinen Fotoschau von Sandra und Marcus über ihren Urlaubsaufenthalt hier in den Staaten. Insgesamt war es ein sehr schöner Tag und ein würdiger Ersatz für die “verpasste“ Jugendweihe.

Abreise Marcus und Sandra

Am nächsten Tag – 7. Mai – war der Urlaub von Marcus und Sandra leider schon zu Ende. Der Abschied fiel uns freilich nicht leicht, da wir wussten, dass wir uns vor Dezember nicht wieder sehen werden (außer hin und wieder in Skype vielleicht :)). Uwe hat die beiden wieder zum Flughafen JFK in New York City gefahren. Von uns aus ist das eine Autofahrt von etwa vier Stunden pro Strecke. Dabei muss man jeweils ein wenig Reserve einplanen für Verzögerungen durch den dichten Verkehr in New York City. Diese Fahrten (Flughafen JFK zweimal, Flughafen Newark für Luisa einmal, verschiedene Fahrten nach New Britain und größere Entfernungen allgemein) haben dazu geführt, dass wir in den ersten drei Monaten hier schon knapp 10.000 Kilometer gefahren sind. Der Preis pro Liter Normalbenzin – etwas anderes tankt kaum jemand – beträgt umgerechnet etwa 70 Euro Cent (Dollarkurs und aktuellem Preis schwanken freilich jeweils). Interessanterweise kann man hier nicht beobachten, dass die Preise an den Zapfsäulen mit Feiertagen korrelieren. Wir hatten während unserer Zeit hier schon Preise von deutlich über vier Dollar pro Gallone (3,785 Liter) ohne Feiertage. Zur Zeit kann ich für weniger als $ 3,60 tanken und daran hat auch das Independence Wochenende nichts geändert – sehr angenehm.

Der Pool ist offen

Beim letzten Rundmail hatten wir noch das Wetter kritisiert. Inzwischen haben wir recht ordentliches Sommerwetter. Das zurückliegende Wochenende war auf jeden Fall besser, als das was wir aus Sachsen und Thüringen gehört haben. In unserer Wohnanlage hat am 27. Mai der Pool geöffnet und wir haben ihn auch schon genutzt. Allen voran natürlich Anika (siehe Foto AnikaImPool), die öfters mit einer Freundin aus der Schule, die auch hier wohnt, baden geht.
Wenn es hier regnet (und das passiert recht häufig mal), hat man oft den Eindruck, jemand hat alle Schleusen geöffnet. Wir bilden uns zumindest ein, dass es hier viel heftiger regnet als zu Hause.

Driver License = Führerschein

Für unsere Zeit hier müssen wir im Bundesstaat New York einen Führerschein erwerben. Wenn man als Ausländer mehr als 90 Tage im Land lebt (und per Stempel im Pass ist das ja auch leicht nachprüfbar), gilt der nationale Führerschein nicht mehr (auch nicht in Verbindung mit dem internationalen Führerschein, den wir extra auch haben). Die Driver License ist auch gleichzeitig ein Dokument mit dem man sich ausweisen kann. Um sie zu bekommen, muss man einen schriftlichen Test mit 20 Fragen bestehen, einen fünf Stunden Kurs zum Thema Fahrsicherheit und defensives Fahren über sich ergehen lassen und seine Fahrfähigkeit bei einem “Road Test“ nachweisen. Der Besuch einer Fahrschule wie in Deutschland ist nicht notwendig.
Die Schwierigkeit bestand hauptsächlich darin – besonders für Ute mit den nicht so guten Englischkenntnissen – die reichlich 100 Fragen im Internet solange zu üben, bis die Chance groß genug war, dass beim schriftlichen Test 80 Prozent der Antworten richtig sind. Das Üben dafür in der Freizeit hat mit der Zeit schon ein wenig genervt. Am 3. Juni haben wir beide auf Anhieb mit null Fehlern bestanden. Auch die fünf Stunden Kurs haben wir in der darauffolgenden Woche sofort absolviert – wir saßen dort umgeben von 16-jährigen Jugendlichen als Oldies im Klassenraum. Für den nächsten freien Termin zum praktischen Teil – dem Road Test – müssen wir insgesamt über einen Monat warten. Am 12. Juli ist es nun soweit und wir hoffen auf keine größeren Probleme bei diesem Teil. Ihr könnt uns ja die Daumen drücken. Derweil können wir euch nur unsere Learner Permit zeigen (siehe Foto LearnerPermit - nur im Rundmail, nicht in der Internetversion).

Anika hat seit 25. Juni Ferien

… und freut sich jetzt bereits wieder auf den Schulbeginn am 7. September. Ihre Statusinformation im Programm Skype (siehe oben) ziert schon seit Wochen der Text “gehe ab 6. September 2011 auf eine amerikanische High School … ;)“.
Nach der 8. Klasse gehen die Kinder von der Middle School auf die High School (nicht mit dem Gymnasium vergleichbar – alle Schüler gehen auf die High School). Sie werden recht feierlich von der Middle School verabschiedet. Diese Feier hieß “Recognition Ceremony“ (Anerkennungszeremonie) und fand am Freitag, den 24. Juni in der Aula der High School statt. Dazu waren die Eltern eingeladen und wir haben uns die Chance, so etwas einmal zu sehen, natürlich nicht entgehen lassen. Alle Schüler (und das waren über 350) wurden mit ihrem Namen aufgerufen und per Handschlag von den Lehrern beglückwünscht. Je nachdem wie beliebt das Kind unter seinen Kameraden war, ging ein entsprechend lautes Gekreische los.
Wir gehen jetzt davon aus, dass Anika ab September in die High School geht, wenngleich wir derzeit noch kein Zeugnis gesehen haben. Das wurde nicht etwa bei der Veranstaltung ausgeteilt sondern wird per Post nach dem Independence Day zugeschickt.
Bei den Prüfungen vor dem Schuljahresende hatte Anika erwartungsgemäß immer dort Schwierigkeiten, wo Wissen abgefragt wurde, dass sie nicht haben konnte. So wurden zum Beispiel in Englisch Fragen zu den Büchern gestellt, die während des Schuljahres gelesen wurden. Mal sehen, wie das gewertet wurde. Im nächsten eMail erfahrt ihr von Anikas Zeugnis. :-)
Als Freizeitaktivität hat Anika wieder angefangen Reitstunden zu nehmen. Sie geht jeden Samstag zu einem nahegelegenen Pferdehof (siehe Foto Reitstunde).
Für längere Ausflüge an Wochenenden müssen wir dann Reitstunden absagen.

… und die Arbeit bei GLOBALFOUNDRIES …?

weswegen wir ja hier sind :-)
Es geht voran. Wir sind vor etwa einem Monat aus dem temporären Büro in das neue Bürogebäude an der Fabrik eingezogen. Es macht schon Spaß mit einer der ersten im neuen Büro zu sein oder die Fabrik wachsen zu sehen. Auch macht es Spaß, wenn Probleme zu lösen sind, die in der Form in einer etablierten Umgebung mit eingespielten Leuten nicht auftreten oder wenn man als “alter Hase“ nach seiner Meinung gefragt wird oder man Leuten etwas beibringen kann. Aber natuerlich ist Arbeit nicht nur Spass. Vieles geht recht chaotisch zu – manchmal glaube ich auch nicht dran, dass die Amis wirklich auf dem Mond gewesen sein wollen. ;)
Der Sommer und Herbst wird für unser Team sicher recht arbeitsreich werden. Gerade werden die ersten von rund 300 Anlagen in diesem Jahr in die neue Fabrik gebracht. Und jede dieser Anlagen muss von uns an das System angeschlossen werden. Wir können die Lösungen teilweise aus Dresden kopieren, müssen aber mit Unterschieden fertig werden und mit unerfahrenen Teams rundherum klarkommen. Uwe hofft, Zeit für ein bis zwei hoffentlich zusammenhängende Urlaubswochen im Sommer finden. Morgen wird er seine Chef mal damit konfrontieren!

Auch diesmal würde uns noch viel einfallen, was euch interessieren könnte. Wir werden den Abstand zum nächsten eMail nicht größer werden lassen,sonst schaffen wir dann wieder nicht alle Themen.

Lasst es euch alle gut gehen. Einen schönen Sommer wünschen euch aus Ballston Spa
Anika, Ute und Uwe